Alternativen zur Kaltakquise: Gutscheinangebote

In meinem letzten Blogpost gab ich Tipps, wie man mit der Plattform XING.com neue Kunden findet. Es ging dabei in erster Linie um B2B Kunden. In meinem heutigen Beitrag geht es um darum, B2C Kunden, also Endverbraucher zu gewinnen. Wer ein neues Unternehmen gründet, braucht seine ersten Kunden und muss vorsichtig mit Werbebudgets umgehen. Cash-Flow ist ebenfalls ein wichtiges Thema.

Es gibt einen recht einfachen Weg, im Internet neue Kunden zu gewinnen, ohne dabei erst einmal Geld investieren zu müssen. In Gegenteil, diese Methode ist sogar gut für Ihren Cash-Flow.

Es handelt sich um sogenannte „Deals“, Gutscheinangebote oder „Gruppen-Coupons“.

Bevor nun wieder die Anti-„Geiz-ist-geil“-Fraktion entsetzt aufschreit, erst mal ein paar grundsätzliche Anmerkungen dazu. Rabatte, Discounts oder Sonderangebote waren schon immer ein wichtiges Instrument des Handels,  um Umsätze zu steuern. Insbesondere Waren, deren Absatz weniger schnell als geplant erfolgte, aber dennoch Kosten durch Lagerung verursachen, werden gerne in Sonderaktionen auf dem Markt platziert. Gleiches gilt für Geschäftseröffnungen und Geschäftsaufgaben. Rabatte sind also per se ein Standardinstrument des Handels und nichts grundsätzlich Böses!

Das heißt nicht, dass Sie Ihre Waren oder Dienstleistungen grundsätzlich immer verschleudern sollen. Es geht lediglich darum, ein neues Geschäft bekannt zu machen. Das Konzept kann für eine Vielzahl von Branchen interessant sein. Klassiker sind dabei Restaurants, Reisen, Hotels, Wellness und Fitness – aber auch sehr exotische Produkte wurden hiermit schon bekannt gemacht.

So funktioniert es:

Sie nehmen ein Produkt aus Ihrem Sortiment und bieten dieses zu einem sehr günstigen Preis auf einer dieser Plattformen an. Es lohnt sich, sich ein wenig umzuschauen, ob es Portale gibt, die sich auf Ihre Branche spezialisiert haben.

Sie sollten mindestens 50% unter dem Normalpreis liegen, besser mehr! Denken Sie daran, es geht nicht darum an diesen Verkäufen Geld zu verdienen, sondern darum, Ihr Geschäft bekannt zu machen, neue Kunden zu bekommen.

Die Betreiber der Plattformen übernehmen die Werbung für die Seite und damit auch die Werbung für Ihr Sonderangebot. Das kostet Sie erst mal nichts. Keinen Euro. Sie bezahlen nur dann Geld, wenn der Deal erfolgreich verläuft und zwar dann eine Provision vom Umsatz. Diese beträgt, je nach Branche und Portal zwischen 20 und 50 % des erzielten Umsatzes.

Rein rechnerisch heißt das, dass Sie an dem Deal an sich nichts verdienen, denn nach Rabatt und Provision bleibt nicht mehr viel für Sie übrig. Trotzdem lohnt es sich für Sie, wenn Sie es richtig machen.

Der Gutschein ist eine Probefahrt – kein Billigprodukt!

Das wichtigste an einem solchen Angebot ist Ihre Einstellung dazu. Sie haben diesen Gutschein angeboten, um einem neuen Kunden Ihr Angebot schmackhaft zu machen, es zu einem niedrigen Preis zu testen und um ihn dann als dauerhaften, regelmäßigen Kunden zu gewinnen. Sie sollten den Gutschein als eine Art Probefahrt für Ihr Angebot sehen.

Das heißt natürlich, dass Sie den Kunden auch so behandeln müssen. Sie wollen, dass er sich wohlfühlt und wieder zu Ihnen kommt. Das wird er sicher nicht tun, wenn Sie ihn als Kunden zweiter Klasse behandeln. Er hat ja nur X bezahlt, also kann er nicht den gleichen Service wie ein Kunde erwarten, der XYZ bezahlt hat. Wenn Sie Ihm dieses Gefühl vermitteln, garantiere ich Ihnen eines:

Sie sehen ihn nie wieder!

Zwei Beispiele aus der Praxis:

Ich bin selbst ein großer Freund dieser Angebote. Da ich erst seit einem Jahr in Berlin lebe, habe ich noch keine Stammlokale für mein allwöchentliches Samstagabend-Dinner mit meiner Frau. Schon deswegen lasse ich mich gerne auf dailydeal.de inspirieren, um verschiedene Lokale einfach mal zu testen, kennen zu lernen und um dort eventuell wieder einmal essen zu gehen. Mein Vorteil ist, ich teste zum kleinen Preis mir unbekannte Restaurants und habe nicht viel verloren, wenn es mir nicht so gut gefallen hat. Hier zwei solcher Angebote zum Vergleich:

Restaurant 1

Einen dieser Gutscheine erwarb ich für ein kleines aber nettes Restaurant in Berlin. Angeboten wurde ein tolles Drei- Gänge-Menü mit Suppe, einer Fischplatte für zwei Personen und Nachtisch. Das alles für 25 Euro für zwei Personen.

Als wir ankamen, haben wir erst mal unseren Gutschein gezeigt. Dann bekamen wir einen netten Platz direkt am Fenster. Der Service war vorbildlich, das Essen vom Feinsten, die Atmosphäre gemütlich und wir hatten keine Minute das Gefühl „nur“ Gutscheinkunden zu sein. Wir kamen mit einem der Kellner ins Gespräch und erfuhren, der Inhaber ist aus Montenegro und seine Spezialität ist mediterrane Küche, vor allem Fisch eben. Prima, genau das mögen wir. Alles in allem war es ein gelungener Abend und wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal.

Restaurant 2

Das Angebot war verlockend: Eine Grillplatte für zwei mit verschiedenen Fleischsorten in einem spanischen Restaurant für nur 18 Euro! Das ist doch ein Wort. Ein Blick auf die Website des Restaurants versprach auch eine typisch spanische Atmosphäre, auf die wir uns schon deswegen freuten, weil meine Frau Spanierin ist und wir 10 Jahre in Spanien gelebt haben und ich dort die spanische Küche und das gemütliche, freundliche Ambiente typischer spanischer Restaurants lieben gelernt habe.

Entsprechend groß war die Enttäuschung. Die sogenannte Grillplatte entpuppte sich als ein paar Stücke Fleisch und Pommes auf einen Teller geworfen, eine Flasche BBQ Soße aus dem Supermarkt daneben und fertig war die spanische Grillplatte. Die Atmosphäre war sehr hektisch, wozu auch die immer emsigen und zügig abräumenden Kellner nicht unerheblich beitrugen. Man hatte das Gefühl, für 18 Euro ist halt nicht mehr drin und je schneller wir wieder weg sind, desto besser – der Laden braucht den Tisch für „richtige“ Kunden.

Das konnte auch die vorzügliche Auswahl spanischer Weine nicht mehr kompensieren. Hier waren wir nur einmal und nie wieder. Auf dem Weg nach Hause fanden wir ironischerweise zufällig eine kleine spanische Tapas-Bar, die werden wir mal ausprobieren bei Gelegenheit. So war der Gutschein doch noch zu etwas gut – wir fanden eine bessere Alternative. Pech für den Anbieter des Gutscheins.

Sie erkennen, worauf ich hinaus will: Im ersten Beispiel gewann das Restaurant einen neuen Kunden, das Zweite hat lediglich ein Essen ohne Gewinn verkauft, vielleicht sogar mit Verlust.

Regel Nummer eins sollte also sein:

Behandeln Sie den neuen Gutscheinkunden gut und geben Sie ihm einen Grund wieder zu kommen. Er testet Ihr Angebot, vermasseln Sie das nicht mit einer falschen Einstellung.

In den meisten mir bekannten Fällen bekommen Sie das Geld abzüglich der Provision im Voraus. Das heißt im Klartext: Sie bekommen Geld bevor auch nur ein Kunde durch die Tür kommt. 80% Ihres Anteils bekommen Sie 10 Tage nach Deal-Ende und den Rest in drei Monaten, abzüglich eventueller Rücktritte.

Aus Cash-Flow-Sicht ein nicht unerheblicher Vorteil: Statt Gelder für Werbung einplanen zu müssen, bekommen Sie erst einmal Geld. Sollte der Kunde den Gutschein nicht einlösen, können Sie das Geld trotzdem behalten.

Bei einigen Anbietern haben Sie diese Vorteile allerdings nicht. Diese bezahlen nur tatsächlich eingelöste Gutscheine und auch erst nachdem der Kunde bei Ihnen war. Nicht eingelöste Gutscheine steckt sich dieses Unternehmen zu 100% in die eigene Tasche.

Ein weiterer Vorteil dieser Werbeform:

Bei jedem Angebot auf der jeweiligen Plattform können Sie einen Link zu Ihrer Website angeben. Dadurch profitieren Sie von den hohen Besucherzahlen dieser Plattformen und erhöhen damit so ganz nebenbei die Reichweite Ihrer eigenen Website.

Mein Tipp:

Testen Sie es einfach mal. Was haben Sie zu verlieren?

Haben Sie schon Erfahrungen mit Gutscheinaktionen gemacht? Erzählen Sie es uns, indem Sie Ihre Geschichte als Kommentar hier unter diesem Beitrag hinterlassen.

Fotonachweis
Bilddatenbank: iStock
Urheber: OJO_Images
ID: 20478323

2 Kommentare

  1. Anna schreibt:

    Veröffentlicht am 21. Oktober 2016 at 19:38

    Vielen dank für den tollen Artikel und die ausführliche Information. Denke das der Artikel ziemlich hilfreich sein wird.

    Gruß Anna

  2. Jenny

    Veröffentlicht am 16. Februar 2017 at 0:04

    Thanks for your personal marvelous posting! I quite enjoyed reading it, you can be a great author.I will
    be sure to bookmark your blog and may come back in the future.
    I want to encourage you continue your great work, have a nice holiday weekend!

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