„Ja, hallo?“ – Wie das Kommunikationsmittel Nr. 1 seinen Anfang nahm

Ein Smartphone besitzt mittlerweile fast jede*r. Es kombiniert unterschiedliche Kommunikationsformen wie das Telefonieren, Chatten und E-Mailen. Mal abgesehen von den zahlreichen Apps, mit denen man sich so die Zeit vertreibt beim Warten auf die S-Bahn oder im Wartezimmer bei der Ärztin. Wie und wann hat das Ganze eigentlich seinen Lauf genommen? Wir schauen uns in diesem Artikel einmal die Entwicklungen des Telefons genauer an.

Die Anfänge: das Dosentelefon

Wer genau für die Entwicklung des Telefons verantwortlich ist – niemand weiß es, denn es gibt gleich mehrere Personen, die infrage kommen. Eines der ersten dokumentierten Experimente wurde von dem britischen Physiker Robert Hooke im Jahr 1664 durchgeführt. Dieser baute ein Dosentelefon (auch Bindfadentelefon genannt), das aus zwei Konservendosen bestand, die durch eine Schnur miteinander verbunden waren. So konnte er beobachten, dass sich die Schallwellen über eine längere Strecke ausbreiten konnten.

19. Jahrhundert: Telegraph und Telefonzelle

britische Telefonzelle auf einer Straße

Anfang des 19. Jahrhunderts kam es dann jedoch erst zu einer revolutionären, funktionierenden Erfindung: der Telegraph wurde entwickelt. Diese Erfindung war eng verknüpft mit der Entwicklung des Morse-Codes. So wurde das erste Telegramm im Jahr 1838 in den USA verschickt – aus einer Entfernung von immerhin 3 km.

Das erste funktionierende Telefon, das eine Übertragung über eine längere Distanz möglich machte, wurde 1876. Wer genau allerdings die erste Person war, die dazu beitrug, ist eine vieldiskutierte Frage – denn viele Erfinder waren unabhängig voneinander an der Entwicklung des Telefons beteiligt. Häufig genannte Namen sind Antonio Meucci, Johann Philipp Reis, Alexander Graham Bell, Elisha Gray, Tivadar Puskás und Thomas Edison.

Tatsächlich stammt die erste Telefonzelle bereits aus dem Jahr 1878 (New Haven (Connecticut), USA) bzw. 1881 (Berlin, Deutschland). Die wohl bekanntesten Fernsprecher stehen in Großbritannien: Mit ihrer knallroten Farbe fallen sie überall auf und sind auch immer noch beliebte Fotomotive.

20. Jahrhundert: Nummernschalter und Tastenwahlblock

altes Telefon (ein sogenannter Nummernschalter)

Viele Menschen kennen dieses Telefon noch von den Großeltern (oder vielleicht sogar von den Eltern): Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Telefon mit Wählscheibe (auch: Nummernschalter) eingeführt, das viele Jahrzehnte – nämlich bis in die 1980er Jahre – „State of the art“ sein sollte. Das Wählen mit diesem Telefon dauerte etwas länger und ab und zu wurde da auch mal ein Stift zur Hilfe genommen, um die Fingernägel zu schonen.

altes Telefon mit Tastenwahlblock

In den 80ern (und in manchen Haushalten erst Anfang der 90er) wurde der Nummernschalter dann glücklicherweise vom Tastentelefon abgelöst. Das Tastentelefon sieht man auch heute noch in vielen Büros – es ist allerdings ein bisschen moderner geworden und umfasst meist ein Display, auf dem angezeigt wird, wer da gerade anruft. Auch verschiedene Optionen wie Kurzwahl, Wahlwiederholung und eine Anrufliste sind integriert.

Zu Hause sieht man die allerdings kaum noch. Wenn es noch ein Festnetztelefon im Haushalt gibt, ist es meist schnurlos und steht in einer Aufladestation (oder liegt auf dem Küchentisch unter einem Papierberg). Für das Büro sind die schnurlosen Telefone meist ungeeignet, da der Akku nur eine begrenzte Laufzeit hat.

Mobiltelefone… sind älter als man denkt

Bereits 1946 gab es sie nämlich schon – allerdings nur in Autos. Das änderte sich auch nicht so bald – erst Ende der 1980er Jahre bekamen die DACH-Länder ein digitales Mobilfunknetz. Seitdem schreitet die Entwicklung kontinuierlich voran. Waren die Handys anfangs noch klobig, hatten Tasten und waren zum Teil mit einer Antenne ausgestattet, wurden sie mit der Zeit kleiner und baten immer besseren Empfang durch den voranschreitenden Ausbau der Netze. Im Laufe der Zeit kamen auch immer mehr Funktionen dazu: SMS und MMS waren die Textnachrichten Ende der Neunziger und Anfang der Nuller Jahre.

Smartphone mit kaputtem Display

Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, löste das Smartphone langsam das herkömmliche Handy ab – und ist heute nicht mehr wegzudenken. Das Mobiltelefon 2019 ist eine Kamera, ein Messenger, eine Handkonsole, ein MP3-Player, ein kleiner Computer. Anrufen und Voicemails verschicken geht natürlich auch! Und damit man alles gut erkennen kann, ist das Gerät auch wieder etwas größer geworden – und weniger bruchsicher. Während alte Mobiltelefone unkaputtbar waren, splittert heute das Touch-Display schon bei einem kleinen Aufprall. Aber damit das nicht passiert, gibt’s ja schicke Schutzhüllen.

Sekretariatsservice und Customer Care

Es gibt einen Bereich, aus dem Telefone nicht wegzudenken sind, trotz Digitalisierung, Messenger und Chatbots: den Kundenservice. 1-Personen-Betriebe brauchen ihn vielleicht nicht unbedingt, aber die allermeisten mittelständischen Unternehmen und Startups sind den ganzen Tag telefonisch erreichbar. Hier werden Fragen der Kund*innen beantwortet, Beschwerden aufgenommen oder einfach Informationen weitergegeben. Ohne die Erfindung des Telefons gäbe es Customer Service Agents und Sekretär*innen nicht.

Personen mit Headsets an PCs, eine Supervisorin zeigt ihnen freundlich etwas

 

Die ersten Callcenter gab es bereits in den 1960er Jahren, doch so richtig boomten sie erst in den Neunzigern. Heutzutage sind im Telefonservice vor allem IP- und VoIP-Telefoniesysteme im Einsatz – und natürlich die berühmten Headsets, die wohl nicht aus der Mode kommen werden, weil sie so unglaublich praktisch sind.

 

 

 

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Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/ (Suchbegriffe: Telefon; Nummernschalter; Tastenwahlblock; Mobiltelefon; Smartphone)