Mobbing am Arbeitsplatz – Wenn die Arbeit krank macht

Die Knie zittern, das Herz schlägt bis zum Hals, kalter Schweiß auf den Handflächen. Stephanie G. steht vor der Eingangstür ihrer Firma und kämpft gegen die aufflammende Angst in ihr. Sie tritt über die Schwelle und macht sich auf den Weg in ihr Büro. Auf dem Gang sieht sie eine Kollegin. Ein leises „Guten Morgen.“ quält sich über ihre Lippen. Sie nimmt Stephanie gar nicht wahr, reckt das Kinn empor und verschwindet. Stephanie schluckt, schaut auf den Boden und geht weiter. Sie steht vor ihrem Büro, das sie mit drei Kolleginnen teilt. Gelächter und laute Gespräche, bis Stephanie die Tür öffnet. Die Kollegen verstummen schlagartig. Das „Guten Morgen“ spart sich Stephanie mittlerweile, setzt sich an ihren Platz und fährt ihren Computer hoch. Ihre Aufgaben fallen ihr immer schwerer, sie ist nervös, ihr Kopf ist voller Fragen. Was habe ich falsch gemacht? Bin ich nicht richtig? Was habe ich ihnen getan? Warum hassen sie mich? Wie lange halte ich das noch aus?

Stephanie‘s Geschichte ist die Geschichte vieler Arbeitnehmer, sie ist ein Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz geworden. Laut einer Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts ifak wurde jeder Achte an seinem derzeitigen Arbeitsplatz schon einmal gemobbt, von Kollegen und/oder Vorgesetzten drangsaliert, schikaniert und systematisch ausgegrenzt. Beim Mobbing-Opfer entsteht ein Gefühl der Machtlosigkeit, der Betroffene ist nicht mehr im Stande sich zu wehren. In der Folge entstehen häufig Depressionen und psychosomatische Erkrankungen. Es entwickelt sich eine lähmende Angst vor dem Arbeitsplatz, die einige sogar dauerhaft erwerbsunfähig machen.

Warum mobben mich meine Kollegen/Vorgesetzte?

Sicher fragen Sie sich, ob es an Ihnen liegt. Das Opfer trifft aber niemals die Schuld! Oft sind es tief liegende Minderwertigkeitskomplexe beim Mobber, die ihn dazu bewegen sich ein Opfer zu suchen und es so lange schlecht da stehen zu lassen, bis er bei seinem Vorgesetzten in einem besseren Licht erscheint. Ebenfalls kann der Mobber einfach unzufrieden mit seiner Arbeitssituation sein, er langweilt sich vielleicht. Das sind natürlich alles keine Entschuldigungen für sein abfälliges Verhalten, zeigen aber auf, dass nicht Ihre Persönlichkeit das Problem ist.

Wie kann ich mich gegen Mobbing wehren?

Niemand hat das Recht sie so zu behandeln und derart Ihre Menschenwürde zu verletzen. Sie können aktiv etwas tun, um Ihrer Opferrolle zu entkommen.

  • Vertrauen Sie sich jemandem an. Das kann jemand aus dem Unternehmen sein oder jemand aus Ihrer Familie. Es tut gut jemanden auf seiner Seite zu wissen. Das kann einem auch die kraft verleihen sich gegen Mobbing-Attacken zu wehren.
  • Wenn Sie ausreichend Unterstützung im Hintergrund haben, ignorieren Sie die Angriffe. Die Mobber verlieren das Interesse, wenn Sie sich nicht zum Opfer machen lassen.
  • Klären Sie rechtzeitig Missverständnisse mit Ihren Kollegen oder Vorgesetzten. Häufig gehen Mobbing ungeklärte Konflikte voraus.
  • Vergelten Sie nicht Gleiches mit Gleichem, auf das Niveau müssen Sie sich nicht begeben. Wehren Sie sich durch offene Ansprache und erklären Sie sachlich, warum Sie sich ungerecht behandelt fühlen.
  • Suchen Sie ein klärendes Gespräch mit dem Mobber. Seien Sie jedoch vorsichtig mit direkten Mobbingvorwürfen.
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch. Hier dokumentieren Sie sämtliche Attacken auf Sie. So haben Sie etwas in der Hand, wenn Sie den Täter anzeigen möchten.
  • Ziehen Sie sich nicht vor Mobbern zurück, das spielt ihnen in die Hände. Wenden Sie sich besser an Ihren Betriebsrat oder Ihren Chef.
  • Sollten Sie bereits stark unter dem Mobbing leiden und wissen keinen Ausweg, scheuen Sie sich nicht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier finden Sie entsprechende Beratungsstellen: https://www.betriebsrat.de/mobbing-konflikt/mobbinglandkarte.html

 

Bildquelle:

https://pexels.com/

 

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *