Mobile-Shopping ist treibender Motor im Online-Handel

In Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research führte das Gutscheinportal RetailMeNot  im Januar 2016 in zehn Ländern eine internationale E-Commerce-Studie durch, die interessante Zahlen zum Online-Handel liefert. Die Studie basiert auf statistischen Analysen, Telefoninterviews mit führenden Händlern und repräsentativen Bevölkerungsbefragungen.

Anteil Online-Käufer an GesamtbevölkerungTeils gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt es beim Anteil der Online-Shopper an der jeweiligen Gesamtbevölkerung:  Während mit 74% in Schweden und 69% in Großbritannien bereits ein Großteil der jeweiligen Bevölkerung im Internet Waren bestellen, sind es in Spanien lediglich 35% und in Italien gar nur 22%. Deutschland liegt hier mit 53% im Mittelfeld und damit knapp über dem gesamteuropäischen Durchschnitt von 50%.


Online-Handelsumsatz DeutschlandDie 44 Millionen deutschen Online-Shopper haben dem E-Commerce 2015 einen Gesamtumsatz von über 52 Milliarden Euro beschert – ein Anstieg von 23,1% gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2014 wurde ein Anstieg von 25% verzeichnet.

Für 2016 und 2017 werden weitere jährliche Wachstumsraten von 18,3% (auf 62,45Mrd€) und 16,9% (auf 73Mrd €) prognostiziert. Der Online-Handel wächst also kräftig weiter, wenn auch die Wachstumsraten in den kommenden Jahren allmählich absinken.

 

Online-Anteil am GesamthandelsvolumenGleichzeitig stieg der Anteil des Online-Handels am Gesamthandelsvolumen: War es 2013 in Deutschland noch ein Anteil von 8,1%, so betrug dieser 2015 bereits 11,6%. Für 2017 wird ein Anteil von 15,2% prognostiziert.

 

Umsatzwachstum Online-HandelDiese Entwicklung ist nicht auf Deutschland beschränkt, auch in anderen europäischen Staaten, den USA und Kanada wächst der Umsatz weiter an –  2014 und 2015 jedoch in keinem der genannten Länder so stark wie in Deutschland mit 25% bzw. 23,1%.

 

Anteil am Gesamthandel internationalAuch der Umsatzanteil am Gesamthandelsvolumen war 2015 mit Ausnahme von Großbritannien in keinem europäischen Land so hoch wie in Deutschland mit 11,6%.

 

offline-WachstumDie Kehrseite der Medaille ist der Umsatzrückgang im Offline-Handel: Für 2015/2016 wird zwar für den deutschen Einzelhandel ein Umsatzwachstum von 1,7% erwartet, gleichzeitig sinkt jedoch der Umsatz im Offline-Handel um 1,7% – auch diese Entwicklung ist nicht auf Deutschland beschränkt sondern betrifft bis auf wenige Ausnahmen die meisten westlichen Industriestaaten. Es handelt sich gewissermaßen um einen Kannibalisierungseffekt des Online-Handels gegenüber dem stationären Handel.


Umsatzmotor Mobile-Shopping

Online-Handelsumsatz-PC-MobileDurch die zunehmende Verbreitung der entsprechenden Geräte wird beim Online-Shopping immer öfter zu Tablet und Smartphone gegriffen: Gegenüber 2014 verdoppelte sich 2015 der Mobile-Shopping-Umsatz in Deutschland um 7,42 Mrd.€ auf 14,62 Mrd. € – für 2016 wird ein weiterer Anstieg um 45,2% erwartet – das entspricht 6,61 Mrd. €.

Demgegenüber wuchs der Umsatz beim „klassischen“ Online-Shopping mit nicht-mobilen Geräten (PC/Laptop) gegenüber 2014 „nur“ um 2,49 Mrd. €, was einem Wachstum von knapp 7% entspricht – für 2016 wird ein Wachstum von 3,05 Mrd. €/8% erwartet.

Der Großteil des E-Commerce-Wachstums findet also inzwischen beim Mobile Shopping statt.  „Der mobile Handel hat sich zum treibenden Motor im deutschen E-Commerce entwickelt. […] Maßgeblich zum anhaltenden Erfolg tragen natürlich die kontinuierlichen Maßnahmen der Händler bei, das mobile Einkaufserlebnis für ihre Kunden zu verbessern, indem sie unter anderem ihre mobilen Shops intuitiver gestalten, attraktive Apps mit Funktionsmehrwert anbieten und die mobile Bezahlung vereinfachen.“ – so das Resümee von Karina Spronk, der Leiterin des Partner-Managements von RetailmeNot.

Anteil mobile Geräte

Insgesamt wurden in Deutschland 2015 bereits 28% des Online-Umsatzes mit mobilen Geräten erzeugt, für 2016 wird eine nochmalige Steigerung des Anteils auf 34% erwartet.

Wer zukünftig im E-Commerce mithalten will, sollte also – falls noch nicht geschehen –  entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten, um den eigenen Shop für die mobile Nutzung zu optimieren.

Einen Link zur kompletten Studie finden Sie hier.

Titel: DariuszSankowski/Pixabay

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ein Kommentar

  1. Alex Hackenberger schreibt:

    Veröffentlicht am 2. September 2017 at 12:42

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel, immer noch hochaktuell.
    Sehr spannend vor allem für regional anbietende Unternehmen. Hier bietet Mobile Shopping nicht nur Bedrohung sondern auch Chance, da de Kunde die Ware immernoch gleich in Händen halten will.