Tipps für Morgenmuffel

Der Duden definiert den Morgenmuffel als „jemand, der morgens nach dem Aufstehen meist keine besonders gute Laune hat, mürrisch und wortkarg ist“.

Kein Wunder, fällt diesem Menschenschlag das allmorgendliche Aufstehen doch besonders zur Last. Hat der Morgenmuffel sich dann erstmal in die aufrechte Position gequält, fällt es ihm schwer, die Augen offen zu halten.

Während bei allen anderen – so scheint es – das Oberstübchen bereits nach kurzer Anlaufzeit munter auf dem Leistungshoch dahinsurrt, verhält sich das Morgenmuffelhirn wie ein altersschwacher Computer und ist noch stundenlang mit Hochfahren beschäftigt.

Wieso ist das so? Ist der Morgenmuffel nicht selbst schuld an seinem Unglück? Liegt der Morgenmuffeligkeit nicht einfach nur die schlechte Angewohnheit des zu späten Zubettgehens zugrunde?

Zum Morgenmuffel wird man geboren, nicht gemacht.

Morgenmuffel - 2

Die Wissenschaft hat eine eindeutige Antwort und diese lautet „Nein“. Denn entgegen weitverbreiteten Annahmen ist unser Einfluss auf die morgendliche Fitness eher begrenzt.

Wieder einmal ist es unsere genetische Veranlagung, die entscheidet: In diesem Fall, zu welcher Tageszeit wir unsere Leistungshochs und –tiefs erreichen.

Vom Chronotyp ist hier die Rede, er entscheidet ob wir eher Frühaufsteher oder Morgenmuffel sind, oder – wie der Chronobiologe Till Roenneberg es nennt – eher „Lerchen“ oder „Eulen“.

Roenneberg ist Professor am Zentrum für Chronobiologie am Institut für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort entstand unter seiner Leitung der Munich Chronotype Questionnaire“, ein Fragebogen, der Aufschluss über den jeweiligen Chronotyp gibt.

Über 200.000 Fragebögen wurden bislang ausgewertet, zusammen erzeugen die Auswertungen einen Eindruck davon, zu welchen Zeiten wir im Durchschnitt schlafen würden, gäbe es keine Wecker.

Morgenmuffel - Statistik

Am häufigsten vertreten sind dabei der „leichte Frühtyp“ und der „Normaltyp“ mit einer gewöhnlichen Schlafenszeit von 0 bis 8 – beziehungsweise 1 bis 9 Uhr morgens.

Nicht nur in Sachsen-Anhalt, wo man laut einer Forsa-Umfrage angeblich um 06:39 Uhr aufsteht, und damit dem durchschnittlichen Bundesbürger neun Minuten voraus ist, dürften diese natürlichen Schlafzeiten für Probleme sorgen: Wenn der Durchschnitt der Bevölkerung um 06:48 Uhr aufsteht, große Teile jedoch nicht vor 8 Uhr munter werden, laufen die gesellschaftlich bedingten Schlafzeiten nicht synchron mit der biologischen Uhr vieler Bürger.

Schlafmangel: Ursache für das Morgenmuffel-Symptom

Die Folge: Bis zu einer Stunde Schlafmangel pro Nacht bei einem nicht unerheblichem Anteil der Bevölkerung, den sogenannten Eulen. Diese leiden dann unter dem, was Roenneberg als „Social Jetlag“ beschreibt – Mitmenschen gegenüber erscheinen die Betroffenen dann oft als besagte Morgenmuffel.

Tipps für Morgenmuffel

Da sich an der inneren biologischen Uhr nicht viel ändern lässt, besteht die Ideallösung darin, die gesellschaftliche Uhr der biologischen anzupassen. Mit anderen Worten: Einem Beruf nachzugehen, dessen Arbeitszeiten mit der biologischen Uhr synchron gehen und ein späteres Aufstehen ermöglichen. Leider ist das oftmals leichter gesagt als getan.

Für Morgenmuffel gibt es  dennoch einige Möglichkeiten, dem ungeliebten Tagesbeginn zumindest etwas an Schrecken zu nehmen:

  • Zunächst einmal sollten körperliche/organische Ursachen für morgendliche Müdigkeit, wie z.B. eine Hypotonie  (niedriger Blutdruck) durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden.
  • Keinen guten Morgen ohne guten und ausreichenden Schlaf: Neben der richtigen Matratze helfen dabei ein nicht zu spätes Abendessen, rechtzeitiges Zubettgehen und ein gut durchlüftetes Schlafzimmer.
  • Stellen Sie Ihren Wecker so, dass Sie am morgen genügend Zeit für sich haben – das hilft unnötigen Stress zu vermeiden.
  • Wenn es dann soweit ist und der Wecker klingelt, ist es ratsam, nicht sofort aus dem Bett zu springen: Strecken Sie stattdessen Ihre Arme und Beine etwas und ziehen Sie auf dem Rücken liegend Ihre Knie ans Kinn um Ihren Kreislauf in Schwung zu bringen.
  • Auch nach dem Aufstehen kann ein kleines Bewegungsprogramm sehr effizient sein, dazu zählen etwa diverse Dehnübungen oder eine Runde um den Block zu laufen.
  • Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke in Maßen machen munter.
  • Und Schlussendlich: Ein gesundes und leckeres Frühstück gibt Kraft für den Tag.

Fotonachweis
Quelle: http://www.gratisography.com

Weiterführende Links:

„Munich Chronotype Questionnaire“ – Ermitteln Sie Ihren Chronotyp:

https://www.bioinfo.mpg.de/mctq/core_work_life/core/introduction.jsp?language=deu

Wikipedia-Artikel zum Chronotyp:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chronotyp

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