Sinn und Zweck von Corporate Blogs – Teil I: Vom Tagebuch zum Content Management System

Bei Bloggern denken Sie gleich an Fashionistas, Kochrezepte oder Reiseberichte? In der Tat finden private Hobby-Blogs in Deutschland bisher mehr Anklang als Unternehmensblogs, im Gegensatz zu den USA, wo Corporate Blogs (englisch  für Unternehmensblogs) schon längst etabliert sind. Doch jetzt ziehen deutsche Unternehmen nach und befreien die Unternehmensblogs aus ihrem Schattendasein. Warum auch Sie sich das Bloggen als Marketinginstrument für Ihre Firma auf keinen Fall entgehen lassen sollten, erfahren Sie in unserem zweiteiligen Artikel.

Vom Weblog zum Blog  – der Ursprung des Bloggens

Im ersten Teil unseres Artikels beleuchten wir die Geschichte des Blogs, um die Beweggründe des Bloggens zu verdeutlichen. Warum bloggen Leute überhaupt? Ein kurzer Sprung in die Geschichte:

old-Blog

1994 begann Claudio Pinhanez (heute Social Data Analytics Senior Manager bei IBM) kurze Einträge auf einer Website zu erfassen, das er „Open Diary.“ nannte.

1990

„Hallo, liebes Tagebuch, …“, schrieb man bis 1990 ausschließlich in ein Büchlein, so richtig mit Füller und Tinte. Wurden die persönlichen Tagebücher bis dahin noch unter strengster Geheimhaltung aufbewahrt, verspürte die Welt so langsam den Wunsch sich mitzuteilen.  Es entstanden erste Online Tagebücher, damals noch Weblogs genannt.

 

1996

Im Jahr 1996 erschienen dann auch die ersten deutschsprachigen Weblogs im World Wide Web.

 

1999

Von „Weblogs“, oder auch „Fanzines“ und „Webzines“,  spricht heute niemand mehr, der Begriff wurde 1999 auf „Blog“ abgekürzt.  Nun breiteten sich die Blogs rasant im Internet aus.

 

RSS steht aktuell für Really Simple Syndication (etwa sehr einfache Verbreitung).

RSS steht aktuell für Really Simple Syndication (etwa sehr einfache Verbreitung).

2000

Mit der Erfindung von RSS im Jahr 2000 gelang ein Meilenstein. Blogs konnten nun einen Feed anbieten, der über neue Artikel oder Kommentare informierte, wenn man ihn abonniert hatte – ohne dafür die entsprechende Seite aufsuchen zu müssen.

 

2001

Erst nach 2001 wurden Blogs auch für Massenmedien interessant. Erste Blogs etablierten sich jetzt zu angesehenen Medien mit hohen Leserzahlen. Der Blog wurde zu einem Sprachrohr in die Welt. Die Schreiber konnten sich und ihre Ideen präsentieren, andere  informieren und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

 

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2007

2007 kam das „Micro Blogging“ dazu. Wie die Bezeichnung „Micro“ verrät, wurden die Posts hier eindeutig kürzer. Der bekannteste erste Micro Blogging-Dienst  war myspace, später kamen die heute noch genutzten Dienste Facebook und Twitter dazu. Bei MySpace ging es damals vorrangig um Musik und Bands. Facebook war anfangs für Studenten gedacht und Twitter mit seiner Beschränkung auf 140 Zeichen Text zum Austausch von Links und Nachrichten. Instagram zählt ebenfalls zu den Microblogging-Angeboten, nur eben für Fotos. Auch Tumblr gehört in die Gruppe der Micro-Blogging-Dienste, bietet aber deutlich mehr Platz und kann im Grunde genommen auch als Blog genutzt werden.

 

2019

Heute ist das Internet randvoll von Blogs zu allen erdenklichen Themenbereichen. Reiseberichte, Modeblogs, Lifestyle- und Beautyblogs, Produkttests, Technikblogs usw.  Die Themenblogs sind nach wie vor private Blogs, aber auch Unternehmen, Zeitungen und Magazine betreiben Blogs.  Viele Blogger haben ihr Hobby auch zum Geschäft gemacht, ob als Nebenverdienst oder gar als Fulltime-Job.  Wo es in den 90ern noch wenige Möglichkeiten gab einen Blog zu führen, gibt es heute ganze Content-Management-Systeme. Zu den Favoriten unter diesen Systemen zählt WordPress, das mit zahlreichen Templates kommt und mit nützlichen Plugins erweitert werden kann.  Ein Blog ist heute somit deutlich mehr als ein reines Online-Tagebuch.

 

Unterschied zwischen privaten Themenblogs und Unternehmensblogs

Private Blogs entstehen in der Regel aus dem Interesse heraus anderen über ihre Erlebnisse zu berichten und/oder ihre Erfahrungen und ihr Wissen in einem bestimmten Themengebiet auszutauschen. Dahinter steht das Streben nach Selbstverwirklichung und die Leidenschaft zum gewählten Thema.  Blogger beeinflussen, vielleicht manchmal unbewusst, die Wahrnehmung ihrer eigenen Person nach außen, sie erschaffen sozusagen ein Image von sich selbst für Ihre Leser. Firmen wollen ebenfalls das Image ihrer Marke stärken und nach außen kommunizieren, dafür ist ein Blog perfekt geeignet.

In Teil 2 unseres Artikels „Corporate Management für Unternehmen“ erklären wir, warum sich ein Blog für Unternehmen lohnen kann, wie Sie einen erfolgreichen Corporate Blog führen und wie unsere Erfahrungen zum Bloggen als Unternehmen sind. Der zweite Teil erscheint demnächst im bluepartner Blog.

 

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