Wuff wuff! – Über Bürohunde und Unternehmenskultur

Das leise Klacken der Tastatur, im Hintergrund etwas Musik – und das seichte Tappen des Bürohundes, der sich in die Ecke des Raums begibt, um sich auf seine Decke zu legen. Später sucht er sich ein Spielzeug – oder er schaut neugierig, was die menschlichen Kolleg*innen so machen. Haben sie vielleicht ein Leckerli dabei?

Bürohunde werden im Zeitalter von New Work immer beliebter. Viele Agenturen und Startups bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, den eigenen Hund zur Arbeit mitzunehmen. Auf ihren Homepages sind die sogenannten Office Dogs sogar oft mit Bild und Namen gelistet. Bewerber*innen können auf diese Weise schon entscheiden, ob das Unternehmen für sie geeignet ist oder nicht.

Wer selbst einen Hund besitzt und keine Möglichkeit hat, ihn in Abwesenheit betreuen zu lassen, wird sich einen Job suchen, bei dem die Vierbeiner in den Büroräumen erlaubt sind. Denn Hunde können zwar schon ab und zu alleine gelassen werden – die Dauer sollte jedoch 4 Stunden pro Tag nicht überschreiten. Ein normaler Arbeitstag dauert meist 4-9 Stunden und die Zeit, die man für die Anfahrt braucht (in einer Großstadt kann diese schon mal 1 Stunde in Anspruch nehmen), muss natürlich dazu gerechnet werden. Wohnt man allein und kann aus verschiedenen Gründen keine*n Hundesitter*in engagieren, sieht es schlecht aus mit dem Arbeiten. In Frage kommen da nicht selten nur selbstständige/freiberufliche Tätigkeiten oder eben hundefreundliche Unternehmen.

Office Dogs? – Ja!

ein Hundebaby in einer gepunkteten TasseEin Hund im Büro hat indes viele Vorteile – sowohl für Mitarbeitende als auch die Tiere selbst:

Die Hundehalter*innen fühlen sich wohler in ihrem Job und leben sowohl körperlich als auch geistiger gesünder. Sie müssen sich nicht ständig Gedanken um ihren Hund machen, den sie zu Hause allein gelassen haben. Ist das Kollegium hundeaffin, steigt auch das Betriebsklima und die Motivation wird gesteigert. Dies kommt natürlich dem ganzen Unternehmen zugute.

Aber auch den Hunden geht es im Büro viel besser als allein zu Hause. Sie haben weniger Angst und sind unter Menschen (und gegebenenfalls anderen Hunden), so dass sie von der verbesserten Sozialisierung profitieren. Vor allem für die psychische Gesundheit ist dies ein großes Plus.

Unternehmen haben ebenfalls etwas davon, Hunde im Büro zu erlauben. Sie haben eine größere Auswahl beim Personalrecruiting und eine stärkere Mitarbeiterbindung. Außerdem haben Office Dogs eine gute Wirkung nach außen und geben dem Unternehmen ein modernes Image.

Office Dogs? – Ja, aber…

4 Personen im Büro, 1 Person hat einen kleinen Hund auf dem Arm und alle lächelnNatürlich müssen gewisse Kriterien erfüllt sein, damit der Hund mit ins Büro kann. Die Chefin muss informiert sein und die Anwesenheit genehmigen – sonst kann es zu einer Abmahnung oder sogar Kündigung kommen. Auch muss das Kollegium gefragt werden: Gibt es Personen mit einer Hundehaarallergie? Hat ein Kollege Angst vor Hunden? Nur wenn alle einverstanden sind, darf der Hund mitgebracht werden. Alle haben ein Mitspracherecht.

Aber auch der Vierbeiner selbst muss einige Kriterien erfüllen: Er sollte an Menschen (und ggf. andere Tiere) gewöhnt sein und ein freundliches Naturell haben. Außerdem muss er sich ruhig verhalten – denn lautes Bellen ist unangenehm und führt zu Störungen im Betriebsablauf, beispielsweise beim Telefonieren. Zu agil sollte der tierische Gefährte auch nicht sein, denn auch das kann ablenken und manchmal gehen vielleicht auch Materialien zu Bruch. Apropos: Als Hundebesitzer*in sollte man vorsichtshalber eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen haben, bevor der Hund mit zur Arbeit gebracht wird. Und geimpft sollte er natürlich ebenfalls sein. Trifft all dies nicht auf den Hund zu, ist es verständlich, dass er im Büro nicht erlaubt ist.

Sind Office Dogs nicht gestattet, kann dies auch mit der Arbeitssicherheit zusammenhängen, auf die besonders in öffentlich-rechtlichen Unternehmen geachtet wird. Ein Hund bedeutet dort ein Sicherheitsrisiko und ist deshalb meist nicht erlaubt. Startups, Agenturen und sehr kleine Unternehmen haben dahingehend oft eine lockerere Herangehensweise.

Fazit

Bürohunde bereichern den Alltag in vielerlei Hinsicht und kreieren eine kreative, motivierende Arbeitsatmosphäre, in der sich sowohl Menschen als auch Hunde wohlfühlen. Office Dogs haben dabei eine positive Außenwirkung, stärken die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen und verleihen der Firma ein modernes Image. Es ist aber nicht für jedes Unternehmen möglich, sie im Büro zu erlauben: Die Gründe sind u.a. Allergien, Angst vor Hunden, Störungen im Betriebsablauf und eine nicht gewährleistete Arbeitssicherheit.

Möchten Hundehalter*innen also einen Bürojob, zu dem ihr/-e beste/-r Freund/-in mitkommen kann, sollten sie sich vorab informieren, ob dies gestattet ist und welche Kriterien zu erfüllen sind. Eine gute Alternative sind Tätigkeiten, die man im Home Office erledigen kann – und viele Unternehmen bieten heutzutage die Möglichkeit dazu.

Eine Lösung findet sich bestimmt. Und wie die Entscheidung auch ausfällt – die Hauptsache ist, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen und zufrieden sind.

 

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