Zu Besuch im Druckhaus Spandau

Am Montag, den 2. Juni 2014 haben wir das Druckhaus in Berlin Spandau, genau genommen das Axel Springer AG Druckhaus Spandau besucht.

Axel Springer wurde am 2. Mai 1912 in Altona (bei Hamburg) geboren. Mit 16 Jahren begann er eine 4-jährige Lehre in der Druckerei seines Vaters und in den Schröderschen Papierfabriken Sieler & Vogel in Hamburg und in Leipzig. Anschließend arbeitete er als Volontär bei der „Bergedorfer-Zeitung“ und einer Nachrichtenagentur, bis er Redakteur bei der Zeitung „Altonaer Nachrichten“ wurde. 1934 bis 1941 wurde er zum Chefredakteur ernannt.

Bereits wenige Jahre später, 1947, gründete er seine eigene Firma, die „Axel Springer GmbH“. Ein Jahr später erscheint bereits seine eigene Tageszeitung, das „Hamburger Abendblatt“. 1966 war es dann endlich so weit. Der Bundespräsident Heinrich Lübke eröffnete das Springer-Verlagshaus.

Mittlerweile gehört das Axel Springer AG Druckhaus Spandau zu eines der größten Medienhäusern und ist die zweitgrößte Druckerei in Europa mit über dreihundert Mitarbeitern.

Das Druckhaus ist in verschiedene Stationen aufgebaut. Als erstes sind wir in die Plattenherstellung gegangen. Dort gibt es sechs sogenannte Computer-to-Plate-Linien mit denen es möglich ist bis zu 720 Platten pro Stunde herzustellen. Diese dienen als Druckmuster für die jeweiligen Zeitungsseiten. Für eine Zeitungsseite werden immer vier Platten angefertigt mit jeweils anderen Farben. Diese Farben sind Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz.

Anschließend ging es für uns in die Papierstation. Hier wird das gesamte Papier für den täglichen Gebrauch gelagert. Dies bedeutet 200 Rollen. Man bedenke, dass jede Rolle 1,5 t wiegt und eine Papierlänge von ca. 15 km hat. Somit werden pro Tag ca. 3.000 km Papier bedruckt. Dementsprechend groß ist die zu sehende Fläche. Aufgrund des Gewichtes und der Größe der Rollen werden diese von Robotern bewegt. Die Fahrzeuge fahren entlang der im Boden verlegten Induktionsstreifen durch die Halle und haben feste Linien entlang denen sie sich bewegen. Deshalb gibt es dort keine Kabel oder ähnliches.

Die nächste Station war die Druckstation. Dort haben wir wieder die Aluminiumplatten aus der ersten Abteilung, der Plattenherstellung gesehen. Diese werden dort in die über drei Etagen großen Rotationsmaschinen eingelegt. Bevor eine Papierrolle leer ist, wird eine Anschlussrolle automatisch in die Maschinen eingehangen und beschleunigt. Sobald die aktuelle Rolle fast abgelaufen ist, wird die zweite Rolle hochgezogen und auf Betriebsgeschwindigkeit gebracht. Dies bedeutet eine Geschwindigkeit von bis zu 13,5 m/s. All dies passiert ganz nebenbei, währenddessen die Papiere beziehungsweise fast Zeitungen weiter gedruckt werden.

 

Weiterverarbeitung

Weiterverarbeitung

Die vorletzte Station unserer Führung durch das Druckhaus war die Weiterverarbeitung. Dort kommen die nun fertig gedruckten Zeitungen aus der Druckmaschine an. Es werden Werbeanzeigen und weitere Beilagen zu den fertigen Zeitungsprodukten hinzugelegt. Anschließend erfolgen je nach Auftrag die Adressbeanschriftung, Kleben von Werbeträgern, 3-seitiger Beschnitt oder andere Fertigungstechniken.

Zu guter Letzt folgte die Verladestation. Hier findet die automatische Stapelung der Zeitungen statt. Anschließend werden die Stapel mittels eines Förderbandes zu einer Verpackungsmaschine geleitet, wo sie mit einer Folie verschweißt wurden.

Verladestation

Verladestation

Bereits an demselben Abend werden die ersten Ausgaben dann von Fahrzeugen abgeholt und zu den verschiedenen Vertriebsstellen geliefert.

Der Weg bis aus einzelnen Artikeln und Bilder eine Zeitung fertig ist, ist also nicht gerade kurz, aber dennoch schnell. Die Leser wollen besonders ihre Tageszeitungen immer top aktuell mit den neusten Geschehnissen haben. Bezüglich des Drucks einer Zeitung ist allerdings anzumerken, dass sich die Zeitungen nicht von dessen Verkauf finanzieren. Allein die Druckkosten einer einzigen Tageszeitung, die im Verkauf um die 50 Cent bis ein Euro kostet, belaufen sich auf zwei bis drei Euro. Auschlaggebend ist die in den Zeitungen enthaltene Werbung. Ohne diese wäre der günstige Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften nicht möglich, denn sie finanziert fast allein den Druck der Zeitungen. Dementsprechend ist die Werbung ein wichtiger Bestandteil jedes Printartikels.

 

Quellen:

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