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Ziel 15: Leben an Land: Ein Ziel, das übersehen wird. Und doch alles betrifft.

Im Schatten der großen Schlagzeilen – Klimawandel, Kriege, Energiepreise – gerät eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsziele schnell in Vergessenheit: SDG 15 – Leben an Land. Dabei ist es ein zentrales Element in der Agenda 2030.

Ohne funktionierende Landökosysteme gibt es weder Ernährungssicherheit noch Klimaschutz oder sauberes Wasser. Und doch sind genau diese Ökosysteme weltweit unter Druck.

Laut Bundesregierung und Vereinten Nationen steht das Ziel auf der Kippe – und mit ihm fast alle anderen:

  • Jeden Tag verschwinden bis zu 150 Pflanzen- und Tierarten.
  • Das Artensterben verläuft 100-mal schneller als im natürlichen Rhythmus.
  • Fast 90 % der weltweiten Entwaldung hängen mit der Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen zusammen.
  • 1,3 Milliarden Menschen sind bereits heute von Bodendegradation betroffen – mit direkten Folgen für Ernährung und Wasserversorgung.

Und: Wenn SDG 15 nicht erreicht wird, geraten etwa 80 % aller anderen Nachhaltigkeitsziele in Gefahr.

Was SDG 15 eigentlich fordert

SDG15 Leben an Land Zahlen & Fakten

SDG 15 will nicht weniger, als den Umgang mit Land grundsätzlich neu ausrichten:

  • Landökosysteme schützen und wiederherstellen
  • Wälder nachhaltig bewirtschaften
  • Bodendegradation stoppen und umkehren
  • Wüstenbildung bekämpfen
  • Biodiversität erhalten und fördern

Der Anspruch ist klar. Die Umsetzung bleibt in vielen Teilen der Welt aus. Dabei zeigt ein Blick in aktuelle Krisenregionen, wie eng die Themen Umwelt, Politik und Migration miteinander verwoben sind.

Wo Konflikte und Umweltzerstörung sich gegenseitig verstärken

Iran

Ein großer Teil des Landes ist von Trockenheit und fortschreitender Desertifikation betroffen. Fehlgeleitete Landwirtschaft, Übernutzung und Wasserverschwendung haben dazu geführt, dass ganze Regionen ihre Lebensgrundlage verlieren. Menschen wandern in Städte ab – nicht aus wirtschaftlichem Interesse, sondern weil das Land keine Perspektive mehr bietet.

Israel/Gaza

Die anhaltenden Kampfhandlungen betreffen nicht nur Menschen. Auch Böden, Felder und Wälder werden beschädigt oder zerstört. Olivenhaine, die über Generationen gepflegt wurden, verschwinden. Böden werden verdichtet, verseucht oder durch Kriegsgerät unbrauchbar. Was an ökologischer Substanz verloren geht, ist kaum wiederherstellbar.

Sahelzone und Sudan

Die Ausbreitung der Wüste frisst sich weiter nach Süden. Gleichzeitig steigen Konflikte um knappe Ressourcen: Wasser, Weideland, Bäume. Umweltveränderungen sind längst nicht mehr nur Nebenbedingungen von Flucht und Gewalt – sie sind oft der Ausgangspunkt. Wer Land verliert, verliert oft alles.

Ukraine

Der Krieg hat auch Folgen für die Landwirtschaft: Schwarzerdeböden – extrem fruchtbar und klimarelevant – werden durch Minen, Brände und Militäreinsätze zerstört. Wälder brennen, Anbauflächen fallen aus. Die ökologischen Schäden dieses Kriegs werden über Jahre nachwirken.

Mehr als Naturschutz – SDG 15 als Systemfrage

Die Beispiele zeigen: SDG 15 ist kein Randthema für Umweltorganisationen. Es geht um die Grundlagen gesellschaftlicher Stabilität.

  • Wenn Böden auslaugen, folgen Ernteausfälle.
  • Wenn Wälder verschwinden, heizen sich Regionen weiter auf.
  • Wenn Arten sterben, geraten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht.
  • Wenn Land verloren geht, müssen Menschen gehen – oft unfreiwillig.

Auch Pandemien stehen in engem Zusammenhang mit der Zerstörung von Lebensräumen. Die Ausbreitung von Zoonosen – also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen überspringen – wird begünstigt, wenn Tiere ihre natürlichen Rückzugsräume verlieren. Während der Corona-Pandemie rückte dieser Zusammenhang kurzzeitig in den Fokus. Nachhaltige Konsequenzen? Kaum.

Was muss geschehen?

  • Ein anderer Umgang mit Fläche. Die Art, wie wir Land nutzen, ist zentral – ob für Nahrungsmittel, Siedlungen oder Infrastruktur. Nachhaltigkeit bedeutet, Flächen nicht nur wirtschaftlich zu betrachten, sondern auch ökologisch.
  • Verbindliche politische Rahmenbedingungen. Waldschutz und Bodenerhalt brauchen mehr als Appelle – sie brauchen Gesetze, Schutzgebiete, Kontrolle und langfristige Strategien.
  • Globale Verantwortung. Viele Umweltprobleme entstehen dort, wo die Rohstoffe für unseren Konsum gewonnen werden: Futtermittel, Palmöl, seltene Erden. Entwaldung ist oft das Ergebnis internationaler Nachfrage.
  • Mehr Aufmerksamkeit für das Unsichtbare. Boden lebt – aber man sieht es nicht. Arten sterben – ohne Aufschrei. SDG 15 leidet auch daran, dass es selten Schlagzeilen macht. Dabei ist sein Ausfall messbar: weniger Wasser, weniger Nahrung, weniger Lebensraum.

Fazit: SDG 15 ist nicht nur ein grünes Zusatzthema

Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, gerät die gesamte Agenda 2030 ins Wanken. Trotzdem steht das SDG 15 selten im Mittelpunkt – weder politisch noch gesellschaftlich. Dabei ist der Auftrag klar: Wälder erhalten. Böden schützen. Artenvielfalt sichern. Nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für alles andere.

Es braucht nicht mehr Dringlichkeit. Die ist längst da. Es braucht mehr Konsequenz.

Was tun wir als bluepartner?

Nachhaltigkeit - Was tun wir?

Auf den ersten Blick scheint das Thema „Leben an Land“ weit weg vom Arbeitsalltag eines Callcenters. Keine landwirtschaftlichen Flächen, keine Lieferketten mit Tropenholz, kein CO₂-intensiver Maschinenpark. Und doch: Auch wir als Dienstleister verbrauchen Ressourcen, gestalten Räume, treffen Entscheidungen – und können Einfluss nehmen.

SDG 15 zielt darauf, Landökosysteme zu schützen und wiederherzustellen, Wälder nachhaltig zu nutzen, Bodendegradation zu stoppen und Biodiversität zu erhalten. Was können wir dazu beitragen? Hier ein paar konkrete Ansätze – aus der Praxis, nicht vom Reißbrett.

1. Flächen sinnvoll nutzen – auch im Kleinen

Unsere Standorte liegen meist in urbanen Räumen. Die Außenflächen – seien es Höfe, Eingangsbereiche, Dächer – sind oft versiegelt oder wenig gestaltet. Dabei liegt genau hier Potenzial. In einem unserer Standorte haben wir mit einem lokalen Verein eine begrünte Pausenfläche angelegt: Wildblumen, Hochbeete, kleine Insektenhotels. Nicht spektakulär – aber wirkungsvoll. Auch ein bepflanzter Innenhof macht einen Unterschied. Für Mitarbeitende. Und für die Biodiversität.

2. Ressourcenverbrauch ernst nehmen

Papier, Strom, Büromaterial: Auch im Callcenter-Alltag entsteht ökologischer Fußabdruck. Wir haben in den letzten Jahren konsequent digitalisiert – nicht nur bei der Kundenkommunikation, sondern auch intern. Statt gedruckter Unterlagen gibt es digitale Schulungen, statt Papierformularen automatisierte Workflows. Und wenn gedruckt werden muss, dann auf zertifiziertem Recyclingpapier – zentral verwaltet, sparsam eingesetzt. Das spart Ressourcen – und signalisiert, dass auch kleine Stellschrauben zählen.

3. Biodiversität im Alltag sichtbar machen

Viele Mitarbeitende leben in dicht bebauten Wohngebieten. Das Wissen um ökologische Zusammenhänge fehlt oft – nicht aus Desinteresse, sondern weil das Thema abstrakt erscheint. Deshalb holen wir SDG 15 in den Alltag: über kleine Aktionen, Infokarten in der Kantine, Wildblumensamen zum Mitnehmen oder eine Baumpflanzaktion im Rahmen eines Teamtags. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein.

4. Partnerschaften vor Ort

Als Unternehmen sind wir Teil eines Umfelds. Deshalb kooperieren wir mit lokalen Initiativen – etwa mit einer Umwelt-AG aus der Nachbarschaft, die sich für naturnahe Stadtbegrünung einsetzt. Gemeinsam lassen sich Projekte umsetzen, die für ein einzelnes Unternehmen zu aufwändig wären – zum Beispiel die Entsiegelung eines alten Stellplatzes oder die Pflege von Gemeinschaftsflächen.

5. Nachhaltigkeit auch in Ausschreibungen mitdenken

Ob Gebäudereinigung, Catering oder Büroausstattung – viele Entscheidungen im Facility Management beeinflussen indirekt die Umwelt. Wir haben begonnen, bei Dienstleisterverträgen ökologische Kriterien einzubeziehen. Nicht als Ausschlusskriterium, aber als Kriterium. Und wir fragen uns: Welche Produkte brauchen wir wirklich? Wo gibt es Alternativen?

Fazit: Kein großer Hebel – aber viele kleine

Als Callcenter retten wir keine Regenwälder. Aber wir gestalten Räume – physisch, digital, sozial. Und wir können zeigen, dass Verantwortung nicht nur bei Industrie und Landwirtschaft liegt. Sondern überall dort, wo gearbeitet, geplant und entschieden wird.

SDG 15 betrifft uns alle. Auch im Büro. Auch im urbanen Raum. Auch ohne Acker.

Was können wir tun?

Nachhaltigkeit - Was können wir tun?

Wälder retten, Böden schützen, Artenvielfalt bewahren – das klingt nach großen Aufgaben für Regierungen, NGOs oder globale Unternehmen. Aber was hat das mit dem eigenen Alltag zu tun? Mehr, als man denkt.

SDG 15 – Leben an Land betrifft uns alle. Denn viele der Ursachen für Artensterben, Bodendegradation und Entwaldung sind eng mit unserem Lebensstil verknüpft: mit dem, was wir essen, kaufen, wegwerfen – und mit dem, was wir eben nicht hinterfragen.

Hier ein paar konkrete Möglichkeiten, wie jede:r Einzelne – ganz ohne großen Aufwand – etwas beitragen kann.

1. Lebensmittel bewusster konsumieren

  • Achte auf regionale und saisonale Produkte. Lange Transportwege und Monokulturen belasten Böden und Ökosysteme.
  • Weniger Fleisch auf dem Teller entlastet nicht nur das Klima, sondern auch Wälder – denn große Flächen werden weltweit für Futtermittelanbau gerodet.
  • Plane Mahlzeiten so, dass möglichst wenig im Müll landet. Jeder zweite Kopf Salat, der weggeworfen wird, hat bereits Boden, Wasser und Energie gekostet.

2. Produkte mit Waldbezug hinterfragen

  • Papier, Möbel, Verpackungen – oft steckt Holz drin. FSC- oder PEFC-zertifizierte Produkte garantieren nachhaltige Forstwirtschaft.
  • Auch Palmöl oder Soja (in verarbeiteten Lebensmitteln) sind kritisch – hier hilft ein Blick auf Inhaltsstoffe oder Zertifikate wie „Rainforest Alliance“.
  • Bei Gartenmöbeln oder Grills: Tropenholz vermeiden, auf Herkunft achten. Langlebigkeit zählt.

3. Biodiversität fördern – auch auf kleinstem Raum

  • Wer einen Balkon, eine Fensterbank oder ein kleines Beet hat, kann mit insektenfreundlichen Pflanzen, Kräutern oder Wildblumen viel bewirken.
  • Heimische Pflanzenarten statt Exoten – sie bieten Nahrung und Lebensraum für Schmetterlinge, Bienen und Vögel.
  • Auch ein kleiner Unterschlupf für Igel oder Insekten (z. B. ein Insektenhotel) kann helfen – besonders in versiegelten Städten.

4. Weniger Fläche verbrauchen – im übertragenen Sinne

  • Online-Bestellungen bündeln statt einzeln bestellen. Das spart Verpackung, Transport und damit indirekt Ressourcen.
  • Secondhand statt neu – gerade bei Kleidung, Möbeln oder Elektronik. Jeder Neukauf erzeugt Nachfrage nach Rohstoffen.
  • Auf Flugreisen verzichten, wo es möglich ist – denn auch der steigende Tourismus drängt vielerorts auf bislang unberührte Naturräume.

5. Politisch und gesellschaftlich Haltung zeigen

  • Umwelt- und Naturschutz sind politische Themen. Wer wählen geht, entscheidet auch über Flächennutzung, Naturschutzgesetze und Agrarförderung.
  • Initiativen unterstützen, die sich für Stadtgrün, Flächenschutz oder Artenerhalt einsetzen – ob mit Zeit, Geld oder Reichweite.
  • Gespräche führen: Viele Menschen wissen schlicht nicht, wie eng ihr Alltag mit globaler Naturzerstörung verknüpft ist. Schon ein Gespräch kann Perspektiven ändern.

Fazit: Niemand kann alles tun. Aber niemand ist ohne Einfluss.

SDG 15 braucht große politische Anstrengungen. Aber ohne gesellschaftliche Rückendeckung bleibt es Theorie. Wer in seinem eigenen Alltag Verantwortung übernimmt, macht aus einem abstrakten Ziel ein konkretes Anliegen.

Nicht perfekt sein. Aber bewusst.

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